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Zwei Handwerke, ein gemeinsamer Schritt in die Zukunft
Die frisch freigesprochenen Friseurinnen und Friseure sowie Zimmerinnen und Zimmerer. Ganz rechts der Obermeister der Zimmerer-Innung Rosenheim Thomas Pichler und links neben ihm sein Stellvertreter Franz Wörndl.
Quelle: Zimmerer-Innung Rosenheim
Zwei Handwerke, die auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher sein könnten, stellten bei der Freisprechungsfeier ihre Gemeinsamkeiten in den Mittelpunkt, allen voran den Stolz über die diesjährigen frisch gebackenen Junghandwerker und Junghandwerkerinnen. Auf Einladung der Zimmererinnung Rosenheim feierten die Zimmerer und Friseure der Region ihre Freisprechung in diesem Jahr erstmals gemeinsam. Gastgeber des besonderen Festabends war die Zimmerei Baumann in Aising.
Bei der Übergabe der Gesellenbriefe wurden die Absolventinnen und Absolventen beider Gewerke abwechselnd aufgerufen. Die Feier setzte damit auch ein Zeichen für den Zusammenhalt im regionalen Handwerk. Denn ob Schere oder Zimmererhammer, Salon oder Baustelle: Beide Gewerke stehen vor ähnlichen Aufgaben. Sie brauchen qualifizierten Nachwuchs, engagierte Ausbildungsbetriebe und junge Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und ihr Handwerk mit Können und Leidenschaft weiterzuführen.
Unter den Gästen waren zahlreiche Vertreter aus Politik, Handwerk und Bildung. Der stellvertretende Landrat Georg Huber und Rosenheims Dritte Bürgermeisterin Gabriele Leicht waren ebenso gekommen wie Peter Aicher, Präsident des Landesinnungsverbandes des Bayerischen Zimmererhandwerks, Kreishandwerksmeister Rudolf Schiller sowie Repräsentanten der Berufsschulen, des Berufsbildungszentrums und der Technischen Hochschule Rosenheim.
Im Mittelpunkt des Abends standen jedoch die jungen Frauen und Männer, die nach ihrer Ausbildung nun den nächsten Schritt ihres Berufslebens gehen. Allein im Zimmererhandwerk schlossen 69 junge Gesellinnen und Gesellen ihre Ausbildung erfolgreich ab. Vier junge Frauen gehörten zum Abschlussjahrgang und meisterten ihre Ausbildung nach den Worten von Obermeister Thomas Pichler mit hervorragenden Ergebnissen. In seiner Ansprache erinnerte Pichler daran, dass der Gesellenbrief weit mehr sei als der Schlusspunkt unter drei Ausbildungsjahren. Eine abgeschlossene Berufsausbildung sei vielmehr ein „Ticket“, das die Grundlage für den weiteren beruflichen Lebensweg bilde. Er zollte den jungen Menschen besonderen Respekt dafür, sich bewusst für einen Handwerksberuf entschieden und die dreijährige Ausbildung mit Ehrgeiz und Willenskraft gemeistert zu haben. Was Handwerker mit ihren Händen schaffen, könne auch im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz nicht einfach durch Digitalisierung oder KI ersetzt werden, betonte Pichler.
Gemeinsam mit den 69 Zimmerern feierten 14 Nachwuchskräfte aus dem Friseurhandwerk ihren erfolgreichen Ausbildungsabschluss. Friseur-Obermeister Stephan Mashold erinnerte daran, dass mit dem erfolgreichen Abschluss zwar ein wichtiges Ziel erreicht sei, die berufliche Entwicklung damit aber keineswegs ende. Weiterbildung, Flexibilität und die Bereitschaft, sich neuen Herausforderungen zu stellen, seien wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft im Friseurhandwerk. Zugleich dankte er Eltern, Ausbildungsbetrieben, Berufsschulen und allen weiteren Wegbegleitern, die den Nachwuchs während der Ausbildungszeit unterstützt hatten.
Neben der Freisprechung wurden die Prüfungsbesten besonders geehrt. Bei den Zimmerern wurde Tobias Schlosser von Holzbau König & Sohn in Babensham als Prüfungsbester ausgezeichnet; zugleich erzielte er das beste Theorieergebnis. Den zweiten Platz belegte Xaver Bürger von Holzbau Wörndl in Eggstätt, der das beste Praxisergebnis erreichte. Den dritten Platz belegte Philipp vom Bomhard von der Zimmerei Hundhammer in Bad Aibling. Xaver Bürger wird das Zimmererhandwerk zudem bei der Deutschen Meisterschaft im Handwerk vertreten.
Mit dem feierlichen Freispruch endete schließlich die Lehrzeit der jungen Handwerkerinnen und Handwerker und zugleich beginnt ein neuer beruflicher Abschnitt. Die Herzensbotschaft an sie lautete, den Gesellenbrief nicht als Endpunkt zu verstehen: „Eure Lehre ist damit beendet, aber die Zeit des lebenslangen Lernens hat nun begonnen.“
So blieb am Ende des Abends nicht nur der Stolz auf die frischgebackenen Gesellinnen und Gesellen, sondern auch die Erkenntnis, dass das Handwerk seine Zukunft am besten gemeinsam gestaltet, mit Herz und Verstand.